Do you want to see the world ?

und so.

Nachtzugen
undso

Wieviel Glück ich mit der Abteilbelegung der Transib hatte wird mit spätestens im Zug nach Kiev klar. Der Zug ist zwar ähnlich sauber wie die Transib und es gibt auch mal wieder einen Samowar, allerdings ist mir als ich mein Abteilnachbar kennenlerne gleich klar, einer von uns wird diese Nacht nicht so gut schlafen.


Ja, der russische Schiffscapitain ist es nicht. Gleich kurz nah halb zehn bietet er mir in gebrochenen englisch an, rauszugehen dass ich mich umziehen kann. Naja oder sagen wir.. Er bestimmt einfach, dass ich mich umziehe. Dann gleiches Spiel anders rum, ich geh raus, er zieht sich um. Ja und dann doch bitte Licht aus, ob ich noch lesen will? Interessiert ihn eher weniger.

Zum Glück ist er (wenn auch etwas unbehäbig) auf eines der oberen Betten geklettert, so dass wir im größtmöglichen Abstand zu einander liegen. Hilft allerdings bei dem Schnarchkonzert das keine 3 Minuten später einsetzt auch nicht wirklich.

Irgendjemand hatte mich noch ausgelacht, als ich mir um so einen fall sorgen machte.. Aber hilft ja nix, wird eben mit Musik 'geschlafen'. Treten trau ich mich in dem Fall nicht..

Mitten in der Nacht dann wieder Grenzübergang, bei der Ausreise sind die Russen sogar relativ schnell. Der Ukraine ist sich mit meinem Pass nicht ganz sicher stempelt ihn aber doch irgendwann.
Wirklich erstaunlich wie schnell manche Menschen einschlafen können..

Ankunft in Kiev, erstmal Tasche wegbringen und Ticket nach Warschau besorgen. Hier gibt's zwar mehr englische Schilder als in Moskau, allerdings sind die Reaktionen wenn man englisch spricht sichtlich genervt. Jeder einzelne seufzt erstmal herzlich wenn ich was frage und antwortet mir dann auf einer Sprache die ich nicht verstehe (russisch?ukrainisch?) Ticket Automaten gibt's leider auch keine, so dass ich erstmal eine halbe Stunde umher geschickt werde, bis ich dann doch am Schalter für internationale Tickets lande, puh was für eine Geburt.

Nach dem Frühstück geht's dann zum Sightseeing in die Stadt, schließlich hab ich ja sechs Stunden Zeit. Mein Elan mich ernsthaft auf die Stadt einzulassen ist aber irgendwohin zum Kaffee trinken verschwunden. Ich schaffe es nur bis zur Hauptstraße und dem Independence Square (glaub ich zumindest..) Die lustigen Taubenmenschen und Disneyfigueren reagieren auf mein Unvermögen ihre Sprache zu verstehen genauso genervt wie die Zugleute. Scheint hier das Frankreich des Ostblocks zu sein..


Da der Inhalt meines Rucksacks nach 7 Monaten irgendwie einer Altkleidersammlung gleicht verwandelt sich das Sightseeing ins bummeln und schließlich ins shoppen. Ehm ja, Sale Schilder haben fiese Wirkungen.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof gibt's noch ukrainische Dumplings, die ein bisschen fad schmecken, oder sind vielleicht meine geschmacksnerven ein bisschen abgestorben die letzen Wochen?!

Und im Bahnhof dann selbst wird mir dann klar, dass die Ukrainer einfach vielleicht ein bisschen anders ticken.. Zumindest haben sie ein tolles Verständnis von 24/7
=)

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